Autor: Gimpel

Es ist der unangefochtene Underdog unter denn MMOGs. Es ist klar, wir reden von Mortal Online. Große Portale schweigen genauso über das Spiel, wie die Entwickler selbst. Bis zum Start der Beta gab es einmal im Monat eine Newsletter, mit ein bis zwei neuen Features und mit Glück ein paar Screenshots. Andere MMOs fahren da oft eine ganz andere Schiene. World of Warcraft veröffentlichte jede Woche neue Screenshots und die Entwickler von Bioware vermarkten ihr Spiel schon so, als wäre es der neue König auf dem MMO-Thron. Man kann sich die Frage stellen: „Wollen die Jungs von Starvault keinen Erfolg haben?“

Ich bin der Meinung: Das Spiel hat trotzdem alle Chancen ein Erfolg zu werden. Warum das so ist, werde ich in den folgenden vier Punkten erklären.

1. Was ich nicht weiß, macht mich heiß!

Jeder kennt das Sprichwort „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ aus seiner Kindheit. Nun ja, ich denke in diesem Fall ist es nicht ganz richtig. Denn kein Marketing, ist auch Marketing. Man muss sich die Frage stellen, wie man Interesse an etwas wecken kann. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Marketingmaschine anschmeißen, Interviews veröffentlichen, exklusive Screenshots verteilen Versprechen geben, die man eh nicht halten kann (ja was wurden wir in der Vergangenheit bei einigen MMOs schon alle enttäuscht) und immer in den Medien präsent sein. Das ist definitiv eine Möglichkeit, die andere hat Starvault gewählt. Man sagt quasi nichts. Keine Interviews, kaum Informationen - aber immer genug um einen kleinen Funken Interesse im Hirn zu entzünden, welcher sich zum Flächenbrand im Gehirn entwickelt. Man will mehr wissen, weiß aber, dass die Entwickler kaum mehr preisgeben werden. Trotzdem besucht man jeden Tag die offizielle Webseite, Fansites und Foren. Irgendwo muss es ja schließlich noch Informationen geben, die man nicht kennt.

Marketing in seiner einfachsten Form – unheimlich günstig und unheimlich effektiv.

2. Ich will was sein!

Kennt ihr die Maslowsche Berdürfnispyramide (wenn nicht, einfach mal googlen)? An der Spitze dieser Pyramide steht „Selbstverwirklichung“. Das größte Ziel des Menschen ist sich selbst zu verwirklichen. Man möchte das erreichen, wofür man glaubt geschaffen zu sein. Egal ob das jetzt der Job im Management einer Kreditbank ist, als Einsiedler in der sibirischen Steppe oder jemand der gerne Artikel über MMOs schreibt (wer macht so einen Mist bitte...!?). Man möchte am Ende seines Lebens sagen: „Ich hab alles richtig gemacht und bereue nichts!“ Und genau das möchte man auch immer in einem MMO, man will was sein, man möchte das machen, was man möchte, man will Einzigartig sein. Hand aufs Herz Freunde, konntet ihr euch bei World of Warcraft selbst verwirklichen? Mir fiel das ziemlich schwer, wenn 10% der Bevölkerung genauso wie ich aussahen und meine einzige Individualität darin bestand, Skills zu verteilen.

Mortal Online bietet eine nahezu unbegrenzte Charaktererschaffung. Man wählt aus neun Rassen, welche man noch untereinander mischen kann. Klassen gibt es nicht, man entwickelt den Charakter nach eigenen Vorstellungen. Man baut sich sein eigenes Heim, man kann sogar die Kontrolle über eine Stadt übernehmen. Man kann was werden, man kann machen was man will, man ist etwas.

3. Das Leben ist kein Ponyhof!

Wir alle haben schon diese schmerzhafte Erfahrung gemacht, irgendwann fällt man auf die Schnauze, und zwar gewaltig. Tut mir Leid für alle World of Warcraft Spieler, aber ich werde es wieder als Vergleich benutzen.
In der WoW-Community erheben sich immer mehr Stimmen, dass WoW zu einfach, zu „casual“ wird. Man kann sich immer früher ein Mount kaufen, Instanzen unterfordern und es ist einfach nicht mehr das gleiche wie früher, wenn man einen Gnom in den Boden stampft. Das Spiel hat seinen Zauber verloren. Man erlebt nicht mehr den gleichen Nervenkitzel, wenn man durch feindliches Terrain schleicht, um schließlich doch entdeckt zu werden und von ein paar Gegner gefarmed wird.

Mal wieder macht Mortal Online alles anders und spielt den Außenseiter. Ich wette, einige, die sich beschweren, World of Warcraft ist zu einfach, würden ganz schnell die Finger von Mortal Online lassen. Ihr braucht Nervenkitzel? Dann seid ihr bei Mortal Online richtig. Bei World of Warcraft wurde man totgeschlagen und gut wars – bei Mortal Online wird man totgeschlagen und dazu auch noch gelootet. Ja genau, man wird gelootet. Und man sollte sich gar nicht einbilden, dass man in den eigenen vier Wänden sicher ist, denn auch der Schlüssel zum eigenen Haus kann gestohlen werden. Damit kann jeder Ausflug ins Grüne zu einem riesen Desaster werden.

Aber wie legt man das jetzt positiv für die Jungs von Starvault aus? Mortal Online wird auf keinen Fall ein Casual-Game. In Mortal Online treffen Veteranen aufeinander, die nach dem letzten Kick in einem MMO suchen – Verwundbarkeit. In einem MMO ist der Tod wie nichts, man belebt sich einfach wieder. Wenn jedoch die Rüstung fehlt, dann wird man schon ein Auge auf das eigene Leben haben und sich gut überlegen, ob man die Stadtmauern wirklich verlassen muss. Das ist ein klarer Vorteil – Mortal Online bringt den Zauber und Nervenkitzel zurück in die MMOG-Welt.

4. Einfach mal anders sein!

Der MMO-Markt ist mittlerweile genauso langweilig, wie es Spiele gibt. Der Markt ist übersättigt mit World of Warcraft-Klons und Asia-Grindern. Nach dem Release wundern sich die Entwickler auch noch, warum man nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Wenn sich jedes MMO wie das andere spielt, ist es kein Wunder. Aber viele wollen es einfach nicht verstehen.

Wie schon erwähnt, Starvault macht vieles anders und zieht damit viel Interesse auf sich. Sie haben nie gefordert, der nächste Super-Hit am MMO-Sternenhimmel zu werden. Sie wollen einfach ihr Spiel machen, nach ihren Vorstellungen. Das Spiel bricht viele Normen, die sich mittlerweile leider unabsichtlich im MMO-Markt festgesetzt haben. Es macht den Spieler verletzlich, gibt ihn unzählige Möglichkeiten den eigenen Charakter zu entwickeln und bietet eine realistische Welt. Damit fällt Mortal Online völlig aus dem Raster.

Fazit:
Manche würden vielleicht sagen: „Starvault befindet sich auf Abwegen“. Es versucht etwas im MMO-Markt zu verändern, neue Ideen und Standards zu setzen. Genau deswegen sage ich: „Mortal Online hat beste Chancen der nächste, ungeahnte Hit zu werden.“ Auch wenn ich mir gar nicht sicher bin, ob die Jungs von Starvault das überhaupt wollen.

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