Mortal Online | Preview der MO-Gilde Wolfszeit

Spielst du World of Warcraft (WoW) und bist zufrieden? Dann wird dich Mortal Online (MO) eher abschrecken als anziehen. Nerven dich Item-Geilheit, Item-Jagd, DKP-Systeme, Achievement-Vergleiche und wöchentliche Raids auf die immergleichen Bosse? Dann solltest du dir MO näher anschauen. Denn es ist vor allem eines: Anders.


Schon beim ersten Einloggen suchen viele WoW-Spieler verzweifelt nach der Möglichkeit, den eigenen Charakter aus der fliegenden Kamera anzuschauen und dem Sklaven aus der Herrscherposition aus Befehle zu erteilen. Mortal Online bietet eine Ego-Perspektive, denn MO möchte sich der Realität sehr stark annähern. Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Spiel. So wird man von einem Tier niemals Waffen oder Gold erbeuten können. Tiere liefern Fleisch, Fell und Knochen.


Nichts für schwache Nerven!

Stehst du gerne in Ogrimmar, Sturmwind oder Dalaran und zeigst deinen neuen lila Protodrachen mit silbernen Streifen? Dann versuch das bloß nicht in Mortal Online! Die Diebe werden versuchen, den Drachen zu klauen, und alle anderen Spieler hauen so lange auf dich ein bis du stirbst. Der Sieger lootet deinen Besitz und wird mit Sicherheit den Drachen an sich nehmen. Mortal Online ist Full-Loot-PvP.

Mortal Online: Stirbt man so muss man in der Etherworld nach dem nächsten Priester suchenFull-Loot steht übersetzt für "vollständig Ausnehmen". Stirbt ein Charakter, ein NPC oder ein Tier, dann läßt er einen Beutel fallen, den sogenannten Lootbag, der all die schönen Sachen enthält, die der Charakter am Körper und in seinen Taschen getragen hat. Wenn der Gegner nett ist, und es gibt viele nette Spieler in Mortal Online, dann nimmt er dir nur das Gold und die Pfeile weg. Ist er gemein, dann räumt er den Beutel leer und zerstört, was er nicht braucht. Der tote Charakter bewegt sich unterdessen durch die Etherworld (Geisterwelt, siehe Bild 2) und muß den nächstgelegenen Priester suchen.
Dort kann er sich wiederbeleben und dann versuchen, rechtzeitig zu seinem Lootbag zurückzukommen, um die liegengelassenen Reste wieder aufzunehmen.

PvP, also Player versus Player, gilt uneingeschränkt im gesamten Spielgebiet. Es gibt keine absolut sicheren Zonen, und es gibt keine Spieler, die technisch daran gehindert wären, einen jederzeit anzugreifen. Natürlich existieren halbwegs sichere Städte, in die sich keine Mörder hineintrauen, weil sie sonst von den Wachen umgehauen würden die man (derzeit) einfach herbeirufen kann indem man guards in den Chat klopft. Doch Vorsicht - wer die Wachen zu oft umsonst herbeiholt, den lassen selbige gleich selbst über die Springe hüpfen und im eigenen Blut ertrinken.
In Mortal Online lauern Diebe überall! Wer nicht genau aufpasst, der bemerkt den Verlust erst wenn er vor der Bank steht. Doch dann ist es zu spät.

Fokus auf Realismus

Schickst du gerne Pakete von einem deiner Charaktere zum anderen? Packst du etwas in Orgrimmar in die Bank und nimmst es in Dalaran wieder aus dem Bankfach heraus? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wer die Post transportiert und wie dieses Hyperraumbanksystem funktioniert? Mortal Online Spieler wissen, dass so ein System nicht existiert. Es gibt in jeder Stadt eine Bank mit zahlreichen Fächern für die erspielten Gegenstände. Aber die Banken sind nicht magisch miteinander verbunden.

Jedem account sind 3 Charakterslots zugewiesen. Aber der Handel dieser Charaktere untereinander ist nicht möglich. Man benötigt einen anderen Spieler, der als Übermittler auftritt. Und eine Post gibt es schon gar nicht. Vielleicht gibt es später Spieler, die für Gold eine Lieferung in eine andere Stadt transportieren.

Willst du dich bei der Erstellung eines neuen Charakters bereits auf eine Spielklasse festlegen? Nahkämpfer, Fernkämpfer oder Magier? Nicht so in Mortal Online: Jeder Charakter kann jederzeit damit anfangen, bestimmte Fähigkeiten zu verlernen und dafür andere zu erlernen. So baut man sich zuerst einen Holzfäller und Bogenbauer, der sich später zu einem Bogenschützen verwandelt.

Viel mehr Einfluß auf die Spielklasse hat dagegen die Auswahl der Rasse. Beim Erzeugen eines neuen Charakters muß man sich zuerst zwischen vier Rassen entscheiden welche von Humanoiden über die ork-ähnlichen Thurs, bis hin zu den (Nacht)elfenartigen Alvarin reichen. Zu jeder Rasse gibt es Untergruppen, bei den Humanoiden beispielsweise zählt man fünf Stück:
Die römisch anmutenden Tindremen bis zu den mongolischen Khuriten und afrikanischen Sidorian. Über die Kombination der Rassen der beiden Eltern variiert jeder Charakter sein Aussehen und seine Fähigkeiten (Bloodmix-System).
Kleinere zusätzliche Änderungen kommen aus dem Alter des Charakters, das zwischen jugendlichen 18 Jahren und alten 80 Jahren schwanken kann. Wer also mag, startet mit einem Greis sein Leben in Nave (=Welt in Mortal Online) oder als blutjunger Dieb der noch grün hinter den Ohren ist.

Die Rasse der Eltern legt die Maximalwerte für fünf Attribute fest: Stärke, Ausdauer, Konstitution, Intelligenz und Psyche. So ist etwa ein Blainn groß und stark aber dafür nicht mit dem pfiffigstem Verstand gesegnet. Er eignet sich hervorragend zum Nah- oder Fernkampf, wird aber nie ein guter Magier werden. Im Gegensatz dazu die Alvarin, die vor allem als alte Männer und Frauen maximale Magie-Fähigkeiten erreichen, aber als Bogenschützen nie eine große Durchschlagskraft erzielen können.

Skills, Skills und nochmal Skills

Mortal Online: Skills bestimmen dein Leben in der SpielweltUm den Neueinsteigern das Leben einfacher zu machen, gibt es seit einigen Wochen sogenannte Backgrounds, vordefinierte Start-Skills, die jedem Charakter grundlegende Fähigkeiten bereitstellen: Nahkämpfer, Jäger, Magier und Diebe, Bogenbauer, Minenarbeiter und Metallverarbeiter sind nur einige davon.
Das klingt sehr nach festgelegten Klassen, ist es aber ganz und gar nicht. Denn jeder Charakter kann auch alle anderen Skills erlernen. Im Augenblick kauft man sich ein Buch und schaltet durch das Lesen einen weiteren Skill frei - und das ohne Einschränkung.

Es gibt viele Skills, weit über 100, aus den Bereichen Kampf, Wissen (Magie, Verarbeitung von Stoffen und Metallen), Bewegung (Schwimmen und Reiten), Technik (Tiere zähmen, Diebstahl, Metallgewinnung) und Baufertigkeiten (Waffen, Rüstung, Häuser).

Ein jeder Skill kostet mit maximaler Ausbildung bis zu 100 Punkte (siehe Bild 3). Insgesamt steht jedem Charakter nur ein Pool von 1000 Punkten zur Verfügung, so dass man niemals alles gleichzeitig machen kann. Und hier fängt die Schwierigkeit an, aber auch der Spaß. Denn es gibt keine noch lange keine vorgefertigten Schablonen, wie die Skills zu verteilen sind, um bestimmte Fähigkeiten optimal ausbilden zu können. Da müssen die Spieler selbst zu ihrem eigenen optimalen Ergebnis kommen.

Die einzige Quest: Mortal Online!

Du willst Quests abarbeiten, um mit geführter Hand auf den langen Weg bis zum Maximal-Level geführt zu werden, damit dort Bosse in Instanzen auf dich warten, die epische Rüstungen verteilen?
Falsches Spiel! Es gibt nichts davon in Mortal Online.

Dein erster Hauptquest besteht darin, deinen Charakter auszubilden. Geh Holzhacken,  Steineklopfen oder Jagen. Steigere dabei die fünf Attribute deines Charakters bis auf die Maximalwerte, werde also durch deine Aktivitäten stärker, geschickter oder intelligenter. Und verkaufe das erbeutete Material an NPCs oder andere Spieler. Von den NPCs bekommst du für dein Gold Bücher und Reagenzien, von den anderen Spielern bekommst du Waffen und Rüstungen. Vielleicht willst du auch gar nicht kämpfen, sondern die besten Bögen bauen oder die härtesten Metalle erzeugen.

Du willst wissen, wieviel DPS (damage per second = Schaden pro Sekunde) du machst und welches die besten Waffen im Spiel sind? Probiere es aus! Die Kombinationen in der Waffenfertigung sind enorm. Das Crafting-System an sich ist das bisher wohl tiefgründigste überhaupt. Kombiniere verschiedene Metalle, Holzarten oder Knochen. Bisher kennt niemand das beste Schwert oder den besten Bogen. Bisher sind nicht einmal die Verarbeitungsschritte erforscht, mit denen man zu den härtesten Metallen kommt.

Together Eachother Achieves More (TEAM)

Mortal Online GildenburgMan kann Mortal Online alleine spielen. Man wird damit aber nicht sehr weit kommen. Die drei Charaktere eines Accounts reichen kaum aus, um sich selbst zu versorgen. Dazu benötigt man den Handel mit anderen Spielern und die Gemeinschaft einer Gilde.

Mit einer Gruppe von Spielern ist es möglich, eigene Häuser zu bauen, die nur mit einem eigenen Schlüssel zu betreten sind und in denen es einen Gildentresor gibt. Größere Gilden werden sogar ummauerte Festungen (siehe Bild 4) errichten können. Aber nichts ist sicher vor dem Angriff von Feinden. Andere Spieler werden durch massive Attacken in der Lage sein, auch die größte Burg zu zerstören. Nach dem Release wird es irgendwann sogar Rammböcke und andere Kampfmaschinen geben.

Die Anforderungen an den PC sind hoch, um Mortal Online mit guter Grafik spielen zu können. Das Spiel läuft zwar unter Windows XP, aber ein modernes 64-Bit-Windows 7 mit 4 GB Raum erleichtert vieles. Auch die Grafikkarte sollte aus einer aktuellen Generation sein und ordentlich eigenen Speicher aufweisen.

Mortal Online wird von der kleinen und unabhängigen schwedischen Firma StarVault entwickelt. Dort arbeiten ungefähr 20 Entwickler, von denen einige als Studenten im Rahmen von Uni-Arbeiten beschäftigt sind. Man darf also nicht mit einer sehr schnellen Entwicklungsgeschwindigkeit und zügigen Fehlerkorrekturen rechnen, wie sie etwa Blizzard für WoW bietet. Dafür gibt es über das MO-Forum und insbesondere den IRC Channel einen engen Kontakt zu den Chefentwicklern und des öfteren einen Live-Chat.



Fazit: Die Meinung von Wolfszeit (Mortal Online Gilde)

Wir von der Gilde Wolfszeit freuen uns auf den Release, welcher noch im März 2010 stattfinden soll. Am meisten reizt uns das PvP, sowie die Tatsache, dass hier nicht Grösse der Gilde und epische Items den Ausgang eines Kampfes bestimmen müssen.

Jene von uns, welche schon seit Block A / B spielen, können aus eigener Erfahrung bezeugen, wieviele Fortschritte seit der frühen Beta erzielt wurden, besonders wenn man im Kopf behält, mit welchen Ressourcen Starvault arbeiten muss (z.B. Grösse des Entwicklerteams).

Es ist nicht zu verleugnen, dass noch viel Content hinzuzufügen ist, aber das jetzige Setting ermöglicht es doch schon, unser Konzept anzuwenden.
Trotzdem hoffen wir, dass einige Dinge noch ausgebesser werden. Sei es nun der Datenfokus auf der Clientside, welcher Hackern Tür & Tor öffnet oder aber die Komptabilität, welcher doch noch häufig zu Crashes führt. Und auch wenn schon einiges am derzeit problematischstem Problem, dem Desync-Problem verbessert wurde, ist noch einiges an Arbeit und Anstrengung seitens der Entwickler notwendig.

Hinzu kommt noch das Bereinigen einiger Schönheitsfehler wie das Verschwinden von gezähmten Pferden, wenn man in bestimmten Regionen vom Pferd absteigt, oder Skills, welche nicht ordnungsgemäss verbessert werden.
Sollten die Entwickler diese Probleme in den Griff bekommen, dann ist Mortal Online auf jeden Fall bereit für den Release.

Wir werden sehen...

Preview verfasst von Xunila mit der Unterstützung von Napalm (Wolfszeit)




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