Die dritte Schlacht von Nereb Madgulu, 132 A.C.
Geschrieben von: The Druchii Donnerstag, den 03. Juni 2010 um 13:11 Uhr
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(Anmerkung des Übersetzers: A.C. After Conflux; nach dem Zusammenfluss)
Der Gestank von Schweiß, Blut und Angst haftet so schwer an den Menschen, dass diese ihn sogar selbst riechen können. Sie stolpern über den engen Pfad; Soldaten, Sklaven oder Bauern, alle gleich in ihrer Verzweiflung. Im ersten Licht des Tages und den langen Schatten der Morgendämmerung kämpfen sie sich vorwärts während sich die Bogenschützen der Risar, von der Klippe aus, einen nach dem Anderen herauspicken. Die Spur aus Blut und Körpern zieht sich in die Ferne; den ganzen Weg zurück bis zur brennenden Minenstadt die sie ihr Heim nannten.
Vor Angst hechelnd schmeckt der Atem nach Kupfer, Prokurator Albinus da Mercato kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Tief im Fleisch steckt ein Pfeil, welcher ihm den Umhang an den linken Arm nagelt. Sein einst goldenes Gewand hängt nun nass und zerrissen an seinem Leib; getränkt mit dem Blut der Toten. Schreie gellen hinter ihm, doch er traut sich nicht zurückzublicken. Er weiß, dass ihre einzige Chance zu überleben darin besteht, die tindremische Verstärkung zu erreichen; was aber wenn keiner seiner Boten das Ziel erreicht hat? „Nein!“, er darf sich solche Gedanken nicht erlauben. Er stellt sich die roten, weißen und schwarzen Banner vor und wie sie verzweifelt vorwärts streben. Vor Schmerzen fast ohnmächtig öffnet er die geschwollenen Augen und betet, die Armee zu erblicken, die aber nicht erscheint. Sein Magen dreht sich um als er schwankend versucht auf den Beinen zu bleiben, darum kämpfend seine Leute in Sicherheit zu bringen. Sicherheit, gibt es so etwas überhaupt? Es muss Hoffnung geben. „Ja!“, die Armee wird im Tal unter Nereb Madgulu warten; sie müssen einfach dort sein. Die Risar fürchten den großen Huérgar Wachturm, und er erinnert wie ein Soldat einst davon sprach dass das Tal der ideale Ort für eine verteidigende Armee sei. Dieser Gedanke verleiht ihm Kraft und Zuversicht. Sie müssen es einfach nur bis dort schaffen bevor es zu spät ist.
Im Tal reckt Kentarch (Zenturio) Isaios die Fäuste vor Wut gegen die Steinfratzen, die ihn, von unterhalb des Turms von Nereb Madgulu her, verspotten. Sein Hals ist rau von den Rufen und Bitten um Hilfe vom Turm über ihm, obwohl ihm im tiefsten Inneren längst bewusst ist, dass keine Antwort kommen wird. Ihre fragile Allianz mit den Huérgar zerbrach schon vor mehr als einem Jahrhundert, gerade vor dem Conflux, und die Tore von Gal Barag blieben seitdem der Außenwelt verschlossen. Bei allem was er wusste könnten die Huérgar genauso gut tot sein. Und selbst wenn nicht, warum sollten sie plötzlich den Schreien eines unbedeutenden Kentarchen vom Fuß des Turms antworten, wo doch der Turm möglicherweise bereits vor seiner Geburt aufgegeben wurde. Der Turm ist vielleicht das Ziel seines Zorns, jedoch nicht die Ursache. Dieser Fehler liegt bei den aufgeblasenen Mitgliedern der Tricaptia, welche zweifellos wussten, dass die Huérgar nicht antworten werden. Sicherlich wussten sie es, außer sie sind wirklich so ingnorant und egoistisch, dass sie jeden Bezug zur Realität zur Welt außerhalb der Mauern Tindrems verloren haben.
Er ist nicht sicher was schlimmer ist; was er aber weiß ist, dass die Kleinkriege zwischen den Konsulen seinen Tod bedeuten. Anstatt eine schlagkräftige Armee zu senden, hatten sie solange darüber diskutiert, bis letztendlich nur noch dieser kleine Trupp blieb. Man gab ihm weniger als hundert Mann und die Befehle, die Flüchtlinge aus Gabarian außerhalb Nereb Madgulus zu verteidigen … und die Huégar zur Hilfe zu überreden. „So stehe ich hier“ denkt er ironisch „und rufe taube Statuen an.“